Vorsorge und Steuern

Die Säule 3a in ETF anlegen: ein praktischer Einstieg für Frauen

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Wählen Sie eine 3a-Anlagelösung nach Anlagehorizont, Verlusttoleranz, Diversifikation, Kosten und geplantem Bezug. Verwechseln Sie 3a-Fonds nicht mit frei handelbaren ETF.

Die Altersvorsorge in der Schweiz beruht auf drei Säulen. Die erste Säule (AHV) soll den Existenzbedarf sichern, die zweite Säule (BVG) zusammen mit der ersten die gewohnte Lebenshaltung ermöglichen. Die freiwillige Säule 3a ergänzt diese Vorsorge durch individuelles Sparen. Neben dem klassischen Bankkonto stehen Wertschriftenlösungen zur Verfügung, die auch ETF (Exchange Traded Funds) einsetzen können. Für erwerbstätige Frauen, die angesichts anhaltender Rentenunterschiede ihre finanzielle Zukunft planen, kann eine solche Lösung interessant sein. Entscheidend sind ein passender Anlagehorizont und ein bewusst gewähltes Risiko.

1. 3a-Konto oder Wertschriftenlösung: wo liegt der Unterschied?

Bei der Säule 3a lassen sich zwei wichtige Anlageformen unterscheiden:

  • Das klassische 3a-Konto:Das von Banken angebotene 3a-Konto funktioniert wie ein Sparkonto. Es unterliegt keinen Börsenschwankungen eines Wertschriftenportfolios, bleibt aber Bankrisiken und der Inflation ausgesetzt. Die gesetzlichen Schutzbestimmungen haben Grenzen und bieten keine unbegrenzte Kapitalgarantie.
  • Die Wertschriftenlösung beziehungsweise der 3a-Fonds:Ihr Geld wird in Portfolios mit Aktien, Anleihen, Immobilien oder liquiden Mitteln angelegt. Je nach 3a-Lösung kommen Indexfonds oder ETF zum Einsatz. Es handelt sich dabei nicht um ein frei verfügbares Tradingkonto.

Anders als beim Sparkonto ist das Kapital einer Wertschriftenlösung Marktschwankungen ausgesetzt. Langfristig besteht ein höheres Renditepotenzial, gleichzeitig sind Kapitalverluste möglich.

2. Der Anlagehorizont als Grundlage

Illustration zur Anlage der Säule 3a in ETF
Wählen Sie eine 3a-Anlagelösung nach Anlagehorizont, Verlusttoleranz, Diversifikation, Kosten und geplantem Bezug. Verwechseln Sie 3a-Fonds nicht mit frei handelbaren ETF.

Eine ETF-Anlage innerhalb der Säule 3a ist langfristig ausgerichtet. Das Guthaben ist grundsätzlich bis frühestens fünf Jahre vor dem AHV-Referenzalter gebunden. Gesetzliche Ausnahmen bestehen beispielsweise für selbst genutztes Wohneigentum, den endgültigen Wegzug aus der Schweiz oder die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit.

Wer bereits mit 25 oder 35 Jahren beginnt, hat mehr Zeit, Börsenschwankungen über die Jahre auszugleichen. Ein langer Anlagehorizont kann die Bedeutung kurzfristiger Krisen verringern, garantiert jedoch weder eine Erholung noch einen Gewinn.

3. Aktienanteil bestimmen und diversifizieren

Der angebotene Aktienanteil unterscheidet sich stark zwischen den Einrichtungen. Er muss mit den Anlagevorschriften der Vorsorge, der Risikofähigkeit und dem persönlichen Anlagehorizont vereinbar sein.

  • Der Aktienanteil: Ein höherer Anteil erhöht langfristig das Renditepotenzial, aber auch die Schwankungen nach oben und unten.
  • Die Diversifikation: Sie ist ein wichtiges Mittel zur Risikostreuung. Statt Aktien eines einzigen Unternehmens zu halten, kann ein breit angelegter Index-ETF einen weltweiten Index wie den MSCI World oder einen Schweizer Index wie den SPI abbilden. So verteilt sich die Anlage auf viele Unternehmen und Branchen; die geografische Streuung hängt vom gewählten Index ab.

4. Kosten und ihre langfristige Wirkung verstehen

Illustration zur Anlage der Säule 3a in ETF
Vergleichen Sie Aktienanteil, weltweite Diversifikation, Währungsabsicherung, Gesamtkosten, liquide Mittel und die Anpassung der Portfolioaufteilung.

Kosten lassen sich direkt vergleichen. Hohe Verwaltungsgebühren können das Endkapital über viele Jahre deutlich schmälern.

Üblicherweise werden folgende Kosten unterschieden:

  • Verwaltungsgebühren des Anbieters, etwa einer Bank, App oder Vorsorgestiftung.
  • Kosten der ETF selbst, insbesondere die TER (Total Expense Ratio).

Die in solchen Strategien eingesetzten Index-ETF werden meist passiv verwaltet und haben oft tiefere Kosten als aktiv verwaltete Fonds. Nicht jeder ETF ist jedoch passiv. Vergleichen Sie die Gesamtkosten und die tatsächliche Strategie, bevor Sie sich entscheiden.

5. Banken, Neobanken und Fintechs vergleichen

Der Schweizer Vorsorgemarkt bietet zahlreiche Lösungen. Neben etablierten Kantonal- und Retailbanken bieten spezialisierte Apps und digitale Plattformen 3a-Anlagen mit ETF an.

Solche Angebote ermöglichen oft die Verwaltung per Smartphone, eine übersichtliche Darstellung der Kosten und die Anpassung der Strategie mit wenigen Schritten. Prüfen Sie unabhängig vom gewählten Zugang, ob die Einrichtung die erforderlichen Bewilligungen besitzt und die geltenden Schweizer Vorschriften erfüllt.

6. Steuervorteile und gesetzlicher Rahmen

Ein wichtiger Vorteil der Säule 3a ist die steuerliche Behandlung. Im Jahr 2026 können zulässige Beiträge innerhalb der geltenden Höchstbeträge vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden und damit die jährliche Steuerbelastung senken.

Informationen zu den geltenden Beitragshöchstbeträgen und zum rechtlichen Rahmen finden Sie auf dem offiziellen Portal des Bundes ch.ch sowie beimBSV. Für Fragen der Finanzmarktaufsicht und des Anlegerschutzes ist im jeweiligen Zuständigkeitsbereich die FINMA.

Vergleich: 3a-Konto und Wertschriftenlösung mit ETF

Kriterium — Klassisches 3a-Konto — Wertschriftenlösung mit ETF

Renditepotenzial — Gering, abhängig vom Bankzins — Langfristig höheres Potenzial, abhängig von der Marktentwicklung

Risiko eines Kapitalverlusts— Keine Börsenschwankungen, aber Bankrisiko und Inflation — Vorhanden; die Wertentwicklung kann negativ sein

Empfohlener Anlagehorizont — Kurz bis mittelfristig, unter 5 Jahren — Langfristig, mehr als 5 bis 10 Jahre

Kosten — Meist keine oder geringe Gebühren — Verwaltungsgebühren und TER

Steuervorteil — Ja, Abzug vom steuerbaren Einkommen — Ja, Abzug vom steuerbaren Einkommen

Fazit

Eine 3a-Anlage mit ETF kann die Altersvorsorge ergänzen und die finanzielle Eigenständigkeit stärken. Dabei gilt:Keine Rendite ist garantiert und Vergangene Ergebnisse lassen keine verlässlichen Schlüsse auf künftige Ergebnisse zu. Finanzmärkte bergen Risiken; der Wert Ihrer Anteile kann steigen oder fallen. Prüfen Sie Ihre persönliche Risikotoleranz, bevor Sie sich für eine Anlage entscheiden.

Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich den 3a-Anbieter einfach wechseln?

Ja, das Schweizer Recht erlaubt die Übertragung von 3a-Guthaben auf eine andere 3a-Einrichtung. Bei Wertschriftenlösungen müssen die Anlagen je nach Anbieter vor der Übertragung verkauft werden. Während des Wechsels können Marktschwankungen und eine vorübergehende Unterbrechung der Anlage entstehen. Prüfen Sie die konkreten Bedingungen.

Was passiert bei einem Börsenrückgang kurz vor der Pensionierung?

Bei einer Korrektur oder Krise vor der Pensionierung kann der Wert Ihrer Wertschriftenlösung sinken. Eine rechtzeitige Erholung ist nicht garantiert. Deshalb reduzieren manche Sparerinnen den Aktienanteil mit näher rückendem Bezug schrittweise, um das Risiko zu begrenzen.

Kann ich das Geld vor der Pensionierung beziehen?

Ein vorzeitiger Bezug ist gesetzlich geregelt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist er beispielsweise für selbst genutztes Wohneigentum, die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit oder den endgültigen Wegzug aus der Schweiz möglich. Bei der Säule 3a schliesst ein Wegzug in die EU oder EFTA die Auszahlung nicht allein wegen dieses Ziellands aus. Verwechseln Sie diese Regel nicht mit jener für den obligatorischen Teil der zweiten Säule.

FAQ

Was ist der erste Schritt?

Bestimmen Sie Ihren Anlagehorizont und die Verluste, die Sie tragen können. Prüfen Sie danach die Bedingungen für Ihre persönliche Situation.

Für wen ist dieser Artikel gedacht?

Vor allem für erwerbstätige Frauen und Sparerinnen zwischen 25 und 45 Jahren. Das Vorgehen lässt sich auch auf andere Situationen übertragen.

Sind die Beträge und Bedingungen garantiert?

Nein. Sie können vom Gesetz, vom Kanton, vom Vertrag und von der persönlichen Situation abhängen. Vor einer Entscheidung ist eine schriftliche Bestätigung sinnvoll.